Schulgemeinschaft

Schulleitung

kiesl

OStD Klaus Kiesl

(Deutsch, Geschichte)
leitet das Chiemgau-Gymnasium seit 2001

lehrberger

StDin Marga Lehrberger

(Deutsch, Geschichte, Sozialkunde, Ethik, Geografie, Sport)
Unterrichtsvertretungen, Unterrichtsbefreiungen für Sportschüler
Statistik

gnad

StD Markus Gnad

(Deutsch, Französisch)
Ständiger Stellvertreter des Schulleiters, Haushalt

häuslschmid

StDin Uschi Häuslschmid

(Englisch, Spanisch)
Unterrichtsbefreiungen, EDV, Statistik, Medienbeauftragte
Sicherheitsbeauftragte

 

SMV

Infos zur SMV


SMV - Wir übernehmen Verantwortung!

Die SMV ist die demokratische Vertretung unserer Schülerschaft: Über die Klassensprecher gelangen Wünsche und Anregungen der SchülerInnen zur SMV und damit zu den Schülersprechern und Verbindungslehrern. Diese wiederum stellen den Kontakt zur Lehrerschaft und dem Direktorat her und bringen dort eure Anliegen und Ideen vor.

Um diese Zusammenarbeit und die Kommunikation zwischen SMV und Klassensprechern zu stärken, hält die SMV jedes Jahr jeweils ein Klassensprecherseminar für die Klassen 5 und 6 sowie ein weiteres Seminar für alle anderen Jahrgangsstufen ab.

Außerdem sind die Schülersprecher u.a. im Schulforum sowie im Jugendparlament in Traunstein vertreten und nehmen an den jährlichen Bezirksaussprachetagungen teil.

Darüber hinaus versuchen wir, das Schulleben positiv mitzugestalten: Wir arbeiten mit dem Fair-Trade-Team zusammen, sind bei „Schule mit Courage- Schule gegen Rassismus“ engagiert, bieten über den AK Schulkleidung selbstentworfene Shirts, Pullis etc. an und sorgen bei verschiedenen Gelegenheiten (z.B. Elternsprechtag, Tag der offenen Tür etc.) für Speisen und Getränke.

Besonders am Herzen liegen uns die Aktionen, mit denen wir etwas Abwechslung in den Schulalltag bringen und etwas für die Gemeinschaft an der Schule tun. Dazu gehören u.a.:

  • Nikolausaktion
  • Schuladventskalender
  • Valentinsaktion
  • Harry-Potter-Nacht
  • Betreuung der Junior-SMV
  • Projekttag
  • Sommerfest
  • u.v.m.

Dies alles wäre jedoch nicht möglich ohne die tatkräftige Unterstützung unserer Hausmeister, Sekretärinnen, unserer LehrerInnen, den Mitarbeitern im Direktorat und den Vertretern des Elternbeirats - bei allen möchten wir uns herzlich bedanken! Nicht zuletzt gilt unser Dank unserem Schulleiter Herrn Kiesl, der immer ein offenes Ohr für uns hat und unsere Aktionen stets unterstützt.

Tutoren


Was sind Tutoren?

Am Chiemgau-Gymnasium gibt es seit einigen Jahren ein Tutorensystem, bei dem jede 5. Klasse eine Gruppe von freiwilligen Schülern der 9. und 10. Klassen zu geteilt bekommt. Man ist stets darum bemüht, dass die Tutorengruppen etwa aus 5 bis 6 größeren Schülern bestehen, und sowohl Mädchen als auch Jungen dabei sind. Sie kümmern sich dann gemeinsam um die jeweilige Klasse.

Was machen Tutoren?

Für die 5. Klässler ist es oft ein großer Sprung von den eher überschaubaren Grundschulen in die weiterführende, große Schule, das Gymnasium. Die Tutoren bemühen sich deshalb vor allem im 1. Halbjahr, den Jüngeren diesen Schritt zu erleichtern. So sollen zum Beispiel durch Spielenachmittage, die von den Tutoren organisiert werden, die Kinder sich untereinander besser kennenlernen und die Klassengemeinschaft gestärkt werden. Damit die Grundschulzeit auch nicht auf einen Schlag endet, werden die Tutoren mit der Klasse zusammen, das sonst eher schlicht gehaltene Klassenzimmer verschönern mit einem Thema deren Wahl, um eine vertrautere Atmosphäre zu schaffen. Des weiteren umfasst die Tätigkeit eines Tutors die Klasse regelmäßig in den Pausen zu besuchen. Bei Problemen und Fragen sind sie auch der erste Ansprechpartner.

Sophie Zahnbrecher


 

Elternbeirat

Föderverein

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Vorstand
Förderverein aktuell
Satzung
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Kontakt

Der Vorstand

Vorsitzender: Herr Harkotte

Stellvertretende Vorsitzende: Frau Rotermund

Beisitzer: Herr Wennesz

Kassenwart: Herr Dipl.-Kfm. Anner

Schriftführerin: Frau Häußler

Ständiger Beirat: Herr Kiesl, Schulleiter am ChG; Frau Lukas-Kamm

Humanoider Roboter für das ChG

Förderverein „Freunde des Chiemgau-Gymnasiums e.V.“ spendet NAO-Roboter an die Schule

Nachdem dem Chiemgau-Gymnasium Traunstein bereits im Herbst vergangenen Jahres ein NAO-Roboter zur Verfügung gestellt wurde, spendete nun der Förderverein der Schule einen weiteren humanoiden Roboter des französischen Herstellers Aldebaran.

Bereits der erste NAO begeisterte nicht nur die Lehrkräfte Diether Thumser und Josef Mörwald, die beide das Wahlfach Robotik am ChG unterrichten, sondern vor allem auch deren Schülerinnen und Schüler. Der Roboter kann zwar noch nicht Fußball spielen, das wird auch noch etwas dauern, allerdings antwortet er mittlerweile auf Zuruf. Stellt man ihm z.B. die Frage „Wie geht es dir?“, entgegnet NAO höflich: „Mir geht es gut! Und wie geht es dir?“. Diese Programmierung erfolgt mit dem Computerprogramm „Choregraphe“, welches im Lieferumfang der französischen Herstellerfirma enthalten ist. Damit können die Schüler relativ schnell eigene Programme erstellen, die den Roboter zum Beispiel aufstehen oder sich hinsetzen lassen. Auch zum Händeschütteln kann man ihn per Software veranlassen. Diese programmierten Vorgänge können zunächst virtuell im Programm getestet und schließlich live auf dem Roboter ausgeführt werden. Im Moment arbeiten die Schüler des Projekt-Seminars von Josef Mörwald daran, dass NAO die Gesichter von Menschen erkennt und auf diese reagiert.

Dank der Spende des Fördervereins können die Schüler nun sogar versuchen, die beiden Roboter miteinander kommunizieren zu lassen.

nao
Auszüge aus der Satzung

 

§ 2 Zweck, Aufgaben, Gemeinnützigkeit

  1. Zweck des Vereins ist die Förderung der Erziehung und Bildung im Bereich des Chiemgau-Gymnasiums Traunstein.
  2. Der Zweck des Vereins soll verwirklicht werden durch
    • Förderung von Veranstaltungen erzieherischer Art,
    • Anschaffung und Finanzierung von Lehrmitteln,
    • materielle und/oder finanzielle Hilfe für bedürftige und würdige Schüler sowie Auslobung von Preisen für besondere schulische oder überregionale sportliche Leistungen,
    • Durchführung von Veranstaltungen zur Information der Eltern sowie die Pflege und Aufrechterhaltung der Verbindung von ehemaligen Schülerinnen und Schülern und von Mitgliedern des Lehrkörpers zum Chiemgau-Gymnasium,
    • materielle und finanzielle Unterstützung des Elternbeirats bei der Erfüllung seiner Aufgaben.
  3. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Der Verein ist selbstlos tätig, er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Vereinsmitteln. Niemand darf durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Alle Inhaber von Vereinsämtern sind ehrenamtlich tätig.
    Der Verein ist im Vereinsregister eingetragen.

§ 3 Vereinsmitglieder können sein

  1. Ehemalige Schülerinnen und Schüler, ehemalige und derzeitige Lehrkräfte des Chiemgau-Gymnasiums sowie ehemalige und derzeitige Erziehungsberechtige von Schülerinnen und Schülern des Chiemgau-Gymnasiums,
  2. Freunde und Gönner des Chiemgau-Gymnasiums mit Zustimmung der Vorstandschaft.
  3. Der Aufnahmeantrag ist schriftlich beim Vorstand einzureichen.

§ 4 Erlöschen der Mitgliedschaft

  1. Die Mitgliedschaft endet durch Tod, Ausschluss, Streichung von der Mitgliederliste oder Austritt aus dem Verein.
  2. Der freiwillige Austritt ist nur zum Schluss eines Geschäftsjahres (31. Juli) zulässig.
  3. Vereinsmitglieder, die in zwei aufeinander folgenden Jahren den Vereinsbeitrag nicht bezahlt haben, können aus der Mitgliederliste gestrichen werden. Sie sind darüber rechtzeitig zu benachrichtigen.

So werden Sie Mitglied
Insgesamt unterstützen uns bereits 250 Mitglieder!

Der Mitgliedsbeitrag im Jahr beträgt für

  • Mitglieder bis 25 Jahre 5 €
  • Mitglieder ab 25 Jahre 25 €

Mitglieder können werden:

  • Erziehungsberechtigte von Schülerinnen und Schülern des ChG
  • ehemalige Schülerinnen und Schüler des ChG
  • ehemalige und aktive Lehrkräfte unserer Schule
  • Freunde und Gönner des ChG

Die Beitrittserklärung können Sie hier im PDF-Format online ausfüllen und ausdrucken. 

Brunnwiese 1
83278 Traunstein
Tel. (0861) 16 67 0 - 0
Fax: (0861) 16 67 0 - 25
E-Mail: sekretariat@chg.bayern.de
Homepage: www.chg-traunstein.de

Bankverbindung des Fördervereins:
Kreissparkasse Traunstein
IBAN DE19 71052050 0000 0150 81
BIC BYLADEM1TST

Die Schule des Papstes

Benedikt XVI. ein Schüler des Chiemgau-Gymnasiums

Genau genommen war Papst Benedikt natürlich nicht Schüler des „Chiemgau-Gymnasiums“, sondern des „Gymnasiums mit Oberrealschule Traunstein“, da die Namensänderung erst 1965 erfolgte. 1937, als der zehnjährige Bub Joseph Ratzinger in unsere Bildungsanstalt eintrat, hieß sie noch „Humanistisches Gymnasium“, 1939 wurde sie mit der damaligen Realschule verschmolzen zur „Staatlichen Oberschule für Jungen“. Nach nur sechs Schuljahren musste Joseph Ratzinger im Jahr 1943 wie alle Schüler im fortschreitenden Zweiten Weltkrieg die Schule verlassen; er wurde als Internatsschüler des Studienseminars St. Michael gemeinsam mit den übrigen Seminaristen seines Jahrgangs als Flakhelfer zum Militär eingezogen und war in der Umgebung Münchens eingesetzt. Am Maximilians-Gymnasium München hat­te diese Traunsteiner Schülergruppe neben dem Militärdienst weiterhin an drei Tagen Schul­unterricht.

In den Schulakten enden damit die Auf­zeich­nun­gen über Joseph Ratzinger. Der prominenteste Schüler unseres Gymnasiums hat sich jedoch mehrfach über seine Schulzeit in Traunstein geäußert. Lassen wir ihn also selbst zu Wort kommen:
„Mit dem Umzug nach Traunstein [1937] begann aber für mich auch ein neuer Ernst. Wenige Tage nach der Ankunft öffnete die Schule ihre Pforten; ... Nun fand ich mich einer neuen Disziplin und einem neuen Anspruch ausgesetzt, zumal ich der Jüngste und einer der Kleinsten in der ganzen Klasse war. Noch wurde Latein als Basis des ganzen Unterrichts in alter Strenge und Gründlichkeit gelehrt, wofür ich ein Leben lang dankbar geblieben bin: Ich hatte als Theologe keine Schwierigkeit, die Quellen in Latein und Griechisch zu studieren und konnte mich in Rom beim Konzil, obwohl ich nie lateinische Vorlesungen gehört hatte, schnell in das damals gesprochene Theologen-Latein einfügen.“ (Aus meinem Leben, S. 25f.)
In seinem Grußwort anlässlich der 125-Jahrfeier der Schule im Jahr 1997 ist zu lesen:
„Was ist von alledem geblieben? Zunächst die Erinnerung an eine Anzahl ausgezeichneter Lehrer, die uns über das rein Fachliche hinaus menschlich geformt haben. Auch wenn sie streng waren, spürten wir, dass sie es gut mit uns meinten, dass sie Mitverantwortung für uns empfanden und uns auf die bestmögliche Weise für unser künftiges Leben vorbereiten wollten. Dann ist da die schöne Erinnerung an unsere Klassengemeinschaft, in der sich unterschiedliche Begabungen und Temperamente fruchtbar begegneten. ... Im Austausch der Erinnerungen spüren wir, wie die Traunsteiner Jahre uns verbinden, wie viel wir davon empfangen haben und wie wir einander über die äußeren Entfernungen hinweg nahe geblieben sind. ... Vor allem aber haben wir in Traunstein das Lernen gelernt; Einzelkenntnisse veralten, werden überholt oder scheiden aus dem eigenen Lebensbereich aus. In der sich entwickelnden Welt ist man nie fertig ausgebildet, sie verlangt das ständige Weitergehen, das ständige Lernen. Was das Gymnasium mitgeben kann, ist – neben dem unerlässlichen Grundstock an nötig bleibenden Kenntnissen – eben die Kunst des Lernens, die Fähigkeit, sich neuen Aufgaben zu stellen und selber aktiv an der Entfaltung der Forderungen und Möglichkeiten des Menschseins teilzunehmen. Ich würde geradezu sagen, Bildung bestehe darin, sich weiterbilden zu können und so seine Aufgabe im Leben zu erfüllen.“ (Festschrift 125 Jahre CHG, S. 10f.)

Wenngleich natürlich niemand einen Lebenslauf prognostizieren kann, der im Amt des Papstes gipfelt – nach 482 Jahren wieder ein Deutscher auf dem Heiligen Stuhl! – so lässt die Beurteilung des „Zöglings“ Joseph Ratzinger durch seine Lehrer doch schon früh seine besonderen Begabungen erkennen: „sehr gewissenhaft und zuverlässig ... stets ungetrübt, überwindet der Junge spielend alle Schwierigkeiten.“
Am 19. April 2005 verkündet der chilenische Kardinaldiakon Estévez vom Balkon des Peters­doms den Namen des erwählten Kirchen­ober­haupts, und Papst Benedikt XVI. grüßt die ganze Welt, „als einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn“, wie er es ausdrückt.

Riesiger Medienrummel erfüllt am nächsten Tag auch das Chiemgau-Gymnasium. Niemand hat sie gerufen, doch die Medienvertreter aus dem In- und Ausland geben sich an diesem Tag die Klinke in die Hand: Fernseh-, Rundfunk-, Pressevertreter aus ganz Deutschland, aus Österreich, Frankreich, Italien, England, Irland, Norwegen, Russland interessieren sich für die Schulzeit des neuen Papstes, jagen nach Bildern und Dokumenten, sammeln O-Töne von Zeitgenossen und der Jugend. Das Chiemgau-Gymnasium verfolgt in all dem Trubel die gleiche Linie wie die Stadt Traunstein und das Studienseminar: Der Kommerzialisierung verweigern wir uns, oberste Richtschnur bleiben die Achtung der Persönlichkeitsrechte und die Einhaltung des Datenschutzes.

Der Person selbst und der Würdigung des großen Ereignisses gilt unsere volle Aufmerksamkeit. So ist es für mich als Schulleiter eine Selbst­ver­ständlichkeit, dass ich mich der Schüler- und Elterngruppe des Studienseminars St. Michael anschließe, die sich unter der kundigen Leitung von Seminardirektor Thomas Frauenlob auf den Weg nach Rom begibt, zur feierlichen Amts­ein­führung des neuen Papstes am 24. April 2005. Die Zeremonie auf dem Petersplatz inmitten Hunderttausender friedlich und freudig feiernder Menschen jeden Alters und aller Nationen hinterlässt einen überwältigenden Eindruck. Wieder zu Hause gedenken wir in einer morgendlichen Feierstunde des besonderen Ereignisses: Am 26. April 2005 kommen fast alle Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte in der Turnhalle zusammen, um in einer gemeinsamen Veranstaltung sowohl den Lebenslauf des neuen Papstes kennen zu lernen als auch für ihn und seine große Aufgabe in der Welt zu beten. Unser Pfarrer, Geistlicher Rat Horst Kreß, gestaltet die Feier in würdiger Form unter Mitwirkung von Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen und unserem Musiklehrer, Klaus Stern; Pfarrerin Ute Winkler würdigt den neuen Papst in einem Grußwort und formuliert darin Gedanken und Erwartungen der evangelischen Glaubensgemeinschaft.
Wer ihn noch nicht kannte, den berühmtesten Schüler unseres Gymnasiums, der weiß nun vieles von ihm. Ob sich damit das Profil der Schule verändert, wurde ich von Medienvertretern gefragt. Darauf konnte ich nur sagen: Die Entwicklung muss zeigen, welchen Einfluss dieses einzigartige Ereignis im schulischen Leben gewinnen wird. Die historische Bedeutung dieser Papstwahl für uns Deutsche, Bayern, Chiemgauer, Traunsteiner steht außer Frage, sie ist auch uns am Chiemgau-Gymnasium bewusst.

20. April 2005

OStD Klaus Kiesl 

ols gym

Das ehemalige Gebäude des Gymnasiums mit Oberrealschule Traunstein, welches Papst Benedikt XVI. 1937-1943 besuchte.

Unsere Partnerschule in Bolivien

Dienstjubiläum Schwester Verena
Schwester Verena Birnbacher
Bilder

50-jähriges Dienstjubiläum von Schwester Verena in unserer Partnerschule im bolivianischen Independencia

Höchste Anerkennung für die  große Lebensleistung von Schwester Verena!

 ie Schulpartnerschaft zwischen der Schule in Independencia und dem Chiemgau-Gymnasium wurde im November 1990 von StD Alfons Heinrich, einem inzwischen pensionierten Kollegen unserer Schule, ins Leben gerufen. Seither konnte das Chiemgau-Gymnasium durch viele Spenden die wertvolle Arbeit von Schwester Verena in Bolivien unterstützen. So wurden von den Spendengeldern beispielsweise Schulmöbel und Schulbücher angeschafft, verschiedene Baumaßnahmen durchgeführt, wie die Sanierung der Toilettenanlagen und der Dächer, Malerarbeiten in den Schulgebäuden und vieles mehr. Herr Heinrich selbst besuchte Schwester Verena in Independencia zusammen mit seiner Frau bereits dreimal und konnte die Entwicklungsfortschritte sehen.

Nun folgte ich ganz persönlich und auch als Lehrerin des Chiemgau-Gymnasiums sehr gerne Schwester Verenas Einladung, ihr 50-jähriges Dienstjubiläum in Independencia dort zusammen mit ihr zu feiern. Für mich war es die erste Reise nach Independencia.

Die Feierlichkeiten im August dauerten mehrere Tage mit unterschiedlichen Programmpunkten wie: traditionelle Tänze zu indigener Musik, dargeboten von Schülerinnen und Schülern sowie von Mitgliedern

im örtlichen Kulturzentrum, eine Heilige Messe in Quechua, der traditionellen Sprache der indigenen Bevölkerung, ein großes Festmahl mit allen geladenen Gästen, Kennenlernen des entfernt gelegenen, beschaulichen Bergdorfes Machaca hoch über dem großen Fluss Río Ayopaya sowie insbesondere das Erleben der Schule und der Schulgemeinschaft im Schulzentrum von Independencia. Jeder Tag war begleitet von vielen bereichernden Begegnungen und Gesprächen, die auch tief berührten.

 Überall wurde sichtbar, wie respektvoll Schwester Verena bei all ihrem Handeln über die Jahrzehnte hinweg die einheimische Bevölkerung in ihrer traditionellen Kultur im Blick behalten hat. Entwicklung schaffen und gleichzeitig ursprüngliche Lebensweisen erhalten, den Menschen in ihrer traditionellen Lebensweise ganzheitlich zu helfen, war und ist ihre Motivation. Dabei konnte man ihren herzlichen, ja auch liebevollen Umgang sowohl mit den Schülerinnen und Schülern als auch mit den anderen Menschen im Ort spüren. Umgekehrt erfuhren wir bei allen unseren Begegnungen in Independencia die hohe Wertschätzung, die Schwester Verena aus allen Bevölkerungsgruppen entgegen gebracht wird.

 Äußerst informativ war außerdem der Besuch der Casa de la Region, dem Kulturzentrum von Independencia, welches einen eigenen Radiosender, eine öffentliche Bibliothek, ein Theater, ein Kino für Kinder und Jugendliche, Werkstätten traditionellen Handwerks sowie ein kleines Hotel beherbergt. Die Verantwortlichen dieses Kulturzentrums bemühen sich ebenfalls um ganzheitlich-nachhaltige Entwicklung. So errichteten sie auch einen ökologischen Park speziell für Kinder und Jugendliche, in dem diese den verantwortungsvollen Umgang mit heimischen Pflanzen und Böden erlernen. Zur Energieversorgung des Hauses wird das Sonnenlicht genutzt.

Die Musikgruppe SACAMBAYA, die regelmäßig für ein Konzert ans Chiemgau-Gymnasium kommt, ist diesem Kulturzentrum angeschlossen.

 Obwohl Schwester Verena in der kleinen Provinzstadt Independencia eine zweite Heimat gefunden hat, ist sie nach wie vor ihrer bayerischen Heimat sehr verbunden. Die bayerische Mundart hat sie nicht verlernt und den bolivianischen Speiseplan bereichert sie durch bayerische Gerichte.

Im Mai dieses Jahres konnte Schwester Verena ihren 85. Geburtstag feiern. Obgleich sie in Bolivien persönlich stets sehr entbehrungsreich lebt, stellt sie sich aus tiefer Überzeugung und mit ganzem Herzen in den Dienst für die Menschen dort. Ihr großes Engagement dauert bis heute fort. Auch im hohen Alter blickt sie zuversichtlich nach vorne: „Der liebe Gott hat mich immer vor neue Aufgaben gestellt“, und auf ihn vertraut sie.

 Bruni Kraus, Lehrerin am Chiemgau-Gymnasium

Schwester Verena Birnbacher stammt aus Bergen bei Traunstein und gehört dem katholischen Institut „Caritas-Gemeinschaft Bayern e. V.“ an. Im Jahr 1968 wurde sie vom Missionskreis Ayopaya in Nürnberg in einem Team der Erzdiözese Bamberg nach Bolivien gesandt, um dort ganzheitlich Seelsorge und Entwicklung für die Menschen in der von Armut geprägten Provinz Ayopaya zu fördern, nach dem einfachen Grundsatz: „Keiner kann das Vaterunser ruhig beten, wenn der Magen knurrt.“ Gleichzeitig bedeutete dies für Schwester Verena, entfernt von Heimat und Freunden zu sein, sich in einen anderen Kulturkreis einzuleben und die spanische Sprache zu erlenen.

Mutig nahm sie als junge Frau diese Aufgabe an.

 Independencia, Verwaltungssitz der Provinz Ayopaya, ist eine kleine Bergstadt im Gebirge der Anden in 2600 Metern Höhe. Sie liegt in einer wunderschönen, ausschließlich von Landwirtschaft geprägten Region, weit abseits der wirtschaftlich bereits besser entwickelten Städte Boliviens. Ein großer Teil der indigenen Bevölkerung in der Provinz Ayopaya folgt auch heute noch weitgehend der traditionellen Lebensart und spricht neben Spanisch noch die andine Sprache Quechua.

Von Independencia zur nächstgelegenen großen Stadt Cochabamba sind es zwar „nur“ rund 160 km, diese müssen aber über meist unbefestigte, teils sehr schmale, steil abfallende Bergstraßen zurückgelegt werden, deren Passhöhen auf über 4500 Metern liegen. Die Fahrt dauert mit dem Bus oder dem Auto mindestens fünf Stunden. Während der Regenzeit sind diese Straßen oft nur schwer oder gar nicht befahrbar. Früher – auch noch im Jahr 1968 – wurden diese Bergpässe auf Pferden zurückgelegt. So kam auch Schwester Verena vor 50 Jahren mit Hilfe von Pferden in Independencia an.

 Schwester Verenas Aufgaben in Bolivien waren vielfältig. Sie begründete und entwickelte über die Jahrzehnte hinweg als Direktorin folgende Einrichtungen:

 Schulzentrum „Fe y Alegría“ (übersetzt: Glaube und Freude), bestehend aus:

zwei Grundschulen und einem Gymnasium, dem „Colegio Técnico Humanístico Boliviano-Alemán“ (8. – 12. Klasse). Die gesamte Schule hat derzeit etwa 1000 Schülerinnen und Schüler, davon entfallen ca. 600 auf das Gymnasium.

 Sozialzentrum „Centro Social San Bonifacio“. Es umfasst:

           ▪ Jeweils ein Internat für Buben und Mädchen

Die Schulwege von den weit verstreut liegenden Andendörfern nach Independencia sind oft sehr weit und beschwerlich. Ohne die Internate hätten viele Kinder und Jugendliche in der Region keine Möglichkeit, die Schule oder gar ein Gymnasium zu besuchen.

           ▪ Den Kindergarten „San Francisco“

           ▪ Die „Puerta Abierta“, eine „Offene Tür“ für Schüler und Jugendliche

           ▪ Ein Sozialzentrum zur Unterstützung von Bedürftigen und alten Leuten

 Misioneras Quechuas, Aufbau einer einheimischen Schwesterngemeinschaft

 Creditos de Estudio, ein Studienkreditsystem „Comité de Creditos“, zur Vergabe von Stipendien für Studium und Berufsausbildung an Schulabgänger

 Auf Grund ihres hohen Alters gab Schwester Verena vor gut zwei Jahren die Leitung von Schul- und Sozialzentrum ab. Allerdings sind ihre weiterhin bestehenden Aufgabenbereiche immer noch umfangreich. Sie ist nach wie vor Koordinatorin des Schulzentrums „Fe y Alegría“ und auch zuständig für die Stipendienvergabe für Schulabgänger sowie den Aufbau der einheimischen Schwesterngemeinschaft.

Das Schulzentrum hat nun bolivianische Direktoren, das Sozialzentrum wird von bolivianischen Franziskus-schwestern, den Hermanas Franciscanas Misioneras Rurales, geleitet.

Motivierte einheimische Führungskräfte setzen das Lebenswerk von Schwester Verena fort.

Bruni Kraus, Lehrerin am Chiemgau-Gymnasium                                                                       

Ehemalige

Lerne unsere Schule kennen - ein 360°-Rundgang durch das Chiemgau-Gymnasium (Betaversion)

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