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15.11.2025
Exkursion des Leistungsfachs Geographie zur Zugspitze
Die Türen schließen leise und die hochmoderne Gondel setzt sich fast lautlos in Bewegung. Es geht bergauf, den Wolken immer näher, dann herrlicher Sonnenschein über dem Wolkenmeer. Dieser Exkursionstag wird noch lange in Erinnerung bleiben. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Leistungsfachs Geographie am Chiemgau-Gymnasium machten sich im Oktober mit ihrem Lehrer Nils Bödeker auf den Weg zur Zugspitze – dem höchsten Berg Deutschlands. Ziel war auch das Schneefernerhaus, eine der bedeutendsten Umweltforschungsstationen Europas. Begleitet wurde die Gruppe von Laura Schmidt, die am Schneefernerhaus für Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation verantwortlich ist. Sie führte die Schülerinnen und Schüler durch die Einrichtung und gab fundierte Einblicke in die wissenschaftliche Arbeit vor Ort.
Bereits zu Beginn der Exkursion bot sich von der Aussichtsplattform ein eindrucksvolles Panorama: Das Gipfelkreuz der Zugspitze war zum Greifen nah, umgeben von einem Wolkenmeer, aus dem schneebedeckte Gipfel herausragten. Von dort aus ging es dann weiter zum Schneefernerhaus.
Das Gebäude wurde 1931 ursprünglich als Hotel eröffnet und war über Jahrzehnte ein beliebtes Ziel für Touristen und Wintersportler. Nach einem Lawinenunglück im Jahr 1965 und rückläufigen Besucherzahlen wurde das Hotel Anfang der 1990er-Jahre geschlossen. Ab 1996 erfolgte der Umbau zur heutigen Umweltforschungsstation, die 1999 offiziell in Betrieb ging.
Heute arbeiten dort verschiedene renommierte Forschungseinrichtungen zusammen, darunter der Deutsche Wetterdienst, das Helmholtz Zentrum München und das Karlsruher Institut für Technologie. Die Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Klimawandel, Atmosphäre, Gletscherentwicklung und Luftqualität. Die Höhenlage von über 2.600 Metern ermöglicht besonders genaue Messungen, fernab städtischer Einflüsse. So werden unter anderem die Konzentration von Spurengasen, Aerosolen und UV-Strahlung kontinuierlich erfasst.
Auch der Rückgang der Gletscher wird am Schneefernerhaus umfassend dokumentiert. Der sogenannte „nördliche Schneeferner“ ist heute nahezu vollständig verschwunden. Die verbliebenen Eismassen werden regelmäßig vermessen, um die klimatischen Veränderungen besser verstehen und bewerten zu können.
Während der Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Messstationen, Geräte und Versuchsanlagen aus nächster Nähe zu betrachten. Besonders eindrucksvoll war die große Außenterrasse mit zahlreichen Instrumenten zur Erfassung von Wetterdaten und Luftverunreinigungen. Im Anschluss führte eine Wanderung zu den letzten sichtbaren Gletscherresten. Der sichtbare Rückgang der Eismassen machte die im Unterricht behandelten Inhalte zum Klimawandel besonders anschaulich erfahrbar.
Bevor es zur Gletscherwanderung ging, stand noch ein weiterer Programmpunkt auf dem Plan: eine Bobfahrt auf dem Zugspitzplatt. In kleinen Gruppen ging es über die Eisbahn, was eine unterhaltsame und sportliche Ergänzung zum wissenschaftlichen Teil der Exkursion darstellte.
Die Exkursion zur Zugspitze war insgesamt ein voller Erfolg. Sie bot nicht nur interessante Einblicke in die Umweltforschung, sondern auch die Gelegenheit, Unterrichtsinhalte in einem außergewöhnlichen Umfeld direkt zu erleben.
Hannah Linner, Q 13