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„Begleitung ist besser als Kontrolle!“

25.10.2022

Vortrag „Social Media“ am Chiemgau-Gymnasium Traunstein

Bei einem Vortrag zum Thema „Medienaneignung der 10- bis 14-Jährigen – Schwerpunkt Social Media“ informierte Oliver Arnold vom Referentennetzwerk der Stiftung Medienpädagogik Bayern die Eltern am Chiemgau-Gymnasium Traunstein (ChG) am 20. Oktober 2022 über den Umgang mit sozialen Medien und dem Smartphone.

Vortrag Social Media

Der vom Elternbeirat organisierte Abend begann mit einleitenden Worten des Elternbeiratsvorsitzenden Sebastian Ring. Oliver Arnold sei seit 2015 nun bereits zum sechsten Mal an der Schule zu Gast, stellte er den Referenten vor. Zuletzt hab Herr Arnold im Frühjahr die Eltern in einem Online-Vortag über den Umgang mit Fake News aufgeklärt. Den Vortrag zum Themenfeld Social Media habe er 2016 und 2018 schon einmal gehalten. „Nun haben wir ihn wieder eingeladen, um insbesondere den inzwischen neu an die Schule gekommenen Eltern Hilfestellung zu dem Thema zu bieten“, so Sebastian Ring. Dies geschah begleitend zu dem umfassenden Angebot für Schülerinnen und Schüler am ChG, die sich gemäß des eigens entwickelten Mediencurriculums und in Projekten wie „Netzgänger“ regelmäßig mit der Nutzung neuer Medien auseinandersetzen.

Oliver Arnold gab den circa 50 Zuhörern in seinem zweistündigen Referat einen ebenso informativen wie unterhaltsamen und lebensnahen Einblick in die Welt der sozialen Medien und lieferte den anwesenden Eltern und Lehrkräften abschließend viele Tipps, wie man die Mediennutzung der Kinder steuern und sinnvoll gestalten kann. Immer wieder stellten die Zuschauerinnen und Zuschauer zwischendurch Fragen zu dem Thema, so dass sich ein lebhaftes Zwiegespräch entwickelte.

Im ersten Teil des Vortrags mit dem Titel „Verständnis“ definierte Herr Arnold den Begriff „Social Media“ und zeigte anhand von Statistiken auf, dass Smartphone und Internet in der Mediennutzung der Kinder und Jugendlichen heute eine weit größere Rolle spielen als Fernsehen und Bücher. So nutzten inzwischen 94 % der 12- bis 13-Jährigen ein Smartphone. Er benannte Einflussfaktoren für den Umgang mit Medien und zeigte auf, dass Eltern ihre eigene Mediennutzung selbstkritisch hinterfragen und ihren Kindern persönliche Wertschätzung vorleben sollten.

Der zweite Teil, „Verantwortung“, drehte sich um Privatsphäre, Datenschutz, Urheber- und Persönlichkeitsrechte oder problematische Inhalte wie Verschwörungstheorien, Clickbaits und Fake News. „Begleitung ist besser als Kontrolle!“, gab er als Ratschlag zum Umgang mit der Mediennutzung. „Sie sollten die Kinder nicht überwachen, sondern immer ihnen im Gespräch dazu bleiben, um Vertrauen aufzubauen.“ Beispielsweise könne man aber Regeln vereinbaren, wie lange die Kinder das Smartphone täglich nutzen dürften oder welche Daten sie hochladen sollten. So beuge man auch Belästigungs- und Mobbingfällen am besten vor.

Im letzten Teil des Vortrags ging es dann um die „Medienkompetenz“. Dies sei vor allem Familiensache, so Herr Arnold. Er stellte die fünf Prinzipien der Mediennutzung vor, welche die Stiftung Medienpädagogik erarbeitet habe. Um die Kinder zu einer selbstbestimmten Nutzung zu erziehen, betonte er nochmals die Vorbildfunktion der Eltern. „Es gibt keine Patentrezepte – sie müssen für ihr Kind und sich den richtigen Mittelweg zwischen den zwei Polen des totalen Verbots und der völligen Freigabe der Nutzung finden.“ Für seinen spannenden und lehrreichen Vortrag verabschiedeten die Zuhörer Herrn Arnold abschließend dankbar mit kräftigem Applaus.

Text: Sebastian Ring

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