„Chiemgau 3 Grad wärmer“

20.03.2026

Ein Projekttag am ChG für Mut und Zuversicht

Letzten Donnerstag erlebten die Geographiekurse der 12. Klassen am Chiemgau-Gymnasium einen besonderen Projekttag zum Thema Klimawandel: Ein Expertenvortrag mit anschließendem Workshop verband wissenschaftliche Fakten mit konkreten Bezügen zur Heimatregion. Als Gast sprach Michael Griesbeck, ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums und Mitglied der „Scientists for Future Traunstein“, mit den Schülerinnen und Schülern über die Auswirkungen der globalen Erwärmung insbesondere auf die Region Chiemgau.

Zu Beginn stellte Griesbeck die „Scientists for Future“ („S4F“) vor, einen Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die Erkenntnisse zu Umwelt- und Klimaschutz im Landkreis verständlich aufbereiten und regional vermitteln. Im Mittelpunkt seines Vortrags stand die Frage, wie stark sich das Klima bereits verändert hat – global und lokal. Laut aktuellen Messungen liegt die globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit bei rund +1,55 Grad. Auch im Landkreis Traunstein zeigt sich der Trend deutlich: Hier wurden bereits etwa +2,5 Grad gemessen, höher als der globale Durchschnitt, mit spürbaren Folgen wie den starken Hochwassern in den letzten zehn Jahren, wie 2013, 2020 und 2024.

Herr Griesbeck geht auf die sogenannten Warming Stripes ein. Die Schülerinnen und Schüler des Chiemgau-Gymnasiums lauschen gespannt den Erklärungen.
Herr Griesbeck geht auf die sogenannten Warming Stripes ein. Die Schülerinnen und Schüler des Chiemgau-Gymnasiums lauschen gespannt den Erklärungen.

Die zentrale Botschaft war klar: Der Klimawandel ist real und stellt eine große Herausforderung für die Zukunft dar. Gleichzeitig betonte Griesbeck aber auch, dass es noch Handlungsspielräume gibt, um die Entwicklung positiv zu beeinflussen. Der Vortrag wurde von den Schülerinnen und Schülern als kurzweilig und motivierend beschrieben. Besonders positiv hob der Geographiekurs von Frau Huber hervor, dass er nicht erdrückend oder pessimistisch wirkte. Im Gegenteil: Griesbeck schaffte einen wichtigen Schritt: Er vermittelte den jungen Erwachsenen Hoffnung und baute durch den klaren Bezug zum Chiemgau eine hohe persönliche Relevanz für die Jugendlichen auf. Die präsentierten Diagramme fanden viele spannend und gut verständlich, sie machten Trends und Entwicklungen greifbar und boten einen unmittelbaren Einstieg in die anschließende Arbeit.

Um die Schülerinnen und Schüler aktiv miteinzubeziehen, stand nach dem Vortrag noch ein Workshop an. Verschiedene Gruppen arbeiteten im Anschluss kursübergreifend an den aufgestellten Roll-Ups. Das gemeinsame fachübergreifende Lernen wurde von vielen als „richtig toll“ erlebt, weil unterschiedliche Perspektiven zusammenkamen. Die von Frau Huber entwickelten Arbeitsaufträge strukturierten die Analyse der Texte, Grafiken und Diagramme und förderten den Austausch. Es wurden die Probleme des Klimawandels und Lösungsansätze für konkrete regionale Beispiele erarbeitet:  klimabewusste Infrastrukturplanung, nachhaltiges Bauen wie etwa das Haus für Kinder in Amerang, wo eine nachhaltige Beheizung über Wasser- und Solarpumpen erfolgt, oder Auswirkungen der steigenden Hitze und der Verbreitung von Virenträgern auf die mentale und körperliche Gesundheit. In der Abschlussrunde stellten Vertreterinnen und Vertreter von jedem Roll-Up ihre Ergebnisse vor und diskutierten diese eifrig in der großen Runde. Viele betonten, dass die gewonnenen Erkenntnisse zum Klimawandel im Chiemgau spannend und teils überraschend waren und damit konkrete Anknüpfungspunkte für Schule und Alltag liefern.

Der Projekttag zeigte, dass der Klimawandel kein fernes Phänomen ist, sondern den Chiemgau unmittelbar betrifft. Der Vortrag bot den Schülerinnen und Schülern nicht nur einen wissenschaftlichen Einblick in den Klimawandel, sondern auch praxisnahe, greifbare Ideen, wie Klimaschutz vor Ort umgesetzt werden kann. Frau Huber, die diese Veranstaltung organisiert hat, ist erleichtert: „Es ist unfassbar wertvoll, dass Herr Griesbeck und die Ausstellung der „S4F“ die jungen Erwachsenen aktiviert und optimistisch gestimmt hat, anstatt sie zu entmutigen. Sie nehmen nicht nur Wissen mit, sondern auch den Mut und konkrete Ideen für erste Schritte hier im Chiemgau. Was will man mehr?“

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